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SPD Adelsdorf: Politische Themen vor Ort

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Solarenergieanlage bei Lauf (2006)

Die SPD Adelsdorf unterstützte die Bemühungen zahlreicher Bürger zu einem Bürgerentscheid über den Standort der geplanten Solarenergieanlage der Firma Sunset. Entgegen anders lautender Darstellungen und Mythenbildungen von Seiten der politischen Gegner und der Sensationspresse (die Lokalpresse berichtete sachlich korrekt!) ging es dabei nicht um eine generelle Entscheidung für oder gegen die Solarenergie. Die SPD Adelsdorf entschied in diesem Fall nach einer eingehenden sachlichen Betrachtung des Sachverhalts. Es gab in Adelsdorf keine Initiative gegen Photovoltaik, sondern einen Einsatz der Bürger zum Erhalt eines wichtigen Abschnitts ihrer vielfältigen Kultur-landschaft gegen ein bestimmtes Projekt mit zweifelhaften gemeinschaftlichem Nutzen.

Die Frage, die sich in Adelsdorf stellte war: Darf unter dem Markenzeichen der alternativen Stromerzeugung alles gemacht werden oder muss und soll sich gerade auch diese Art der Stromerzeugung den örtlichen Verhältnissen, der Umgebung und der Landschaft anpassen?

Die Landschaft und Umgebung von Adelsdorf wird durch das Aischtal mit einer sich anschließenden kleinfeldrigen Hügellandschaft geprägt. Nun sollte gerade in diesem  schönen Erholungsraum für Ausflügler, Spaziergänger, Jogger, Radfahrer in einer exponierten Lage zwischen den Ortschaften Aisch und Lauf (in der Nähe des beliebten Laufer Kellers) eine Fläche von über 20 ha mit Solarzellen in Reihenaufstellung bebaut werden. In Zukunft hätte eine 4,50 m hohe Wand aus den dunkelbraunen Flächen auf einer Länge von ca. 580m und einer Tiefe von über 300m eine alte Kulturlandschaft ohne Rücksicht zerschnitten. Der gemeinschaftliche Schaden war zu sehen, der angebliche gemeinschaftliche Nutzen dagegen nicht (siehe unten). Das war der Grund weshalb sich Widerstand regte und die SPD Adelsdorf ihn unterstützte.

Weshalb hatte die Firma Sunset den Standort bei Lauf gewählt? Er bietet sicher eine gute Sonneneinstrahlung, aber auch günstigere Grundpreise als in der Nähe der Ortschaften oder im Gewerbegebiet. Das genannte unternehmerische Ziel war eine Demonstrations-anlage zu schaffen, also nicht Gewinn zu erwirtschaften. Dafür hätte aber unserer Ansicht nach eine eventuell kleinere Anlage an einem alternativen Standort auch gereicht. Es gibt leerstehende Gewerbeflächen, versiegelte alte Schuttplätze und große ungenutzte Dachflächen, die als Flächen problemlos zur Sonnnenergiegewinnung genutzt werden können. Außerdem sollten amorphe Solarzellen eingesetzt werden, die wohl kostengünstiger sind, aber einen niedrigen Wirkungsgrad aufweisen und somit natürlich auch einen größere Fläche benötigen, als Solarzellen anderer Technik. Wie eine landschaftlich verträgliche Nutzung der Solarenergie aussieht hat der Fränkische Tag ja mit seinem Bericht über die Energieerzeugung der Firma Metzler auch dargestellt. Ein anderes Beispiele ist die Solaranlage auf dem Logistikzentrum der Firma ALDI Süd in Rastatt. Solche und und ähnliche Möglichkeiten bietet Adelsdorf auch - der Standort der Solarenergieanlage musste nicht einen wichtigen Teil unserer Kulturlandschaft zerschneiden.

Leider wurden alternative Standorte von der Firma Sunset, der Mehrheit im Gemeinderat und der Gemeindeverwaltung nicht ernsthaft geprüft. Unter diesen Umständen blieb den betroffenen und interessierten Bürgern keine andere Wahl, als eine Bürgerinitiative zu starten, um das gemeinschaftliche Interesse direkt durch die betroffene Bevölkerung fest stellen zu lassen. Die Bürgerinitiative sammelte innerhalb kürzester Zeit ausreichend Unterschriften für einen Antrag auf einen Bürgerentscheid, was zeigt, dass viele Bürger Adelsdorfs ähnlich dachten. Allein die Forderung den Bürgerentscheid zuzulassen, hat scheinbar ausgereicht, dass Herr Fleck mit seiner Firma entrüstet den Bauantrag zurückgezogen hat und Adelsdorf mit Verlagerungen drohte. Erschreckend war, dass der Bürgermeister und seine Mehrheit im Gemeinderat, anstatt das demokratische Recht auf freie Meinungsbildung zu verteidigen, in die gleiche Kerbe schlug.

Letztendlich konnten weder das Unternehmen noch der Bürgermeister den genannten gemeinschaftlichen Nutzen des Projekts nachweisen um so die Zerstörung der Landschaft zu rechtfertigen. Die in den Raum gestellte Zahl der 100 geschaffenen Arbeitsplätze war so nicht richtig. Nach Aussage der Firma Sunset wären mit Planung und Bau der Anlage bis zu 100 Leute zusätzlich beschäftigt worden, danach aber keiner mehr. Wieso in der Folge der Anlage bei Lauf ein Nachfrageboom bei der Firma ausgebrochen wäre, der so nun ausbleiben soll, muss uns erst noch jemand plausibel erklären können. Dies war für uns ein entscheidender Punkt in unserer eigenen Entscheidungsabwägung gewesen. Die SPD Adelsdorf ist daher überzeugt, in der Frage der Solarenergieanlage bei Lauf für das größere Allgemeingut eingetreten zu sein.
 

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